Stand-Up for the Champion

Nachgedacht 0405009

In der heutigen Ausgabe der Rubrik Nachgedacht möchten wir etwas Alltäglichem auf den Grund gehen, was uns eigentlich jeden Tag neu bewusst werden sollte. Es geht um eine Situation, die jeder kennt. Man nimmt sich etwas besonderes vor, jedoch geben wir es nach dem erstem Rückschlag auf.

Bevor ich jedoch näher auf den Inhalt eingehe, möchte ich Römer 7,15 – 25 und 8,1 vorschieben.

15 Ich verstehe ja selber nicht, was ich tue. Das Gute, das ich mir vornehme, tue ich nicht; aber was ich verabscheue, das tue ich. 16 Bin ich mir aber bewusst, dass ich falsch handle, dann gebe ich damit zu, dass Gottes Gesetz gut ist. 17 Das aber bedeutet: Nicht ich selbst tue das Böse, sondern die Sünde, die in mir wohnt, treibt mich dazu. 18 Ich weiß wohl, dass in mir nichts Gutes wohnt. Deshalb werde ich niemals das Gute tun können, so sehr ich mich auch darum bemühe. 19 Ich will immer wieder Gutes tun und tue doch das Schlechte; ich verabscheue das Böse, aber ich tue es dennoch. 20 Wenn ich also immer wieder gegen meine Absicht handle, dann ist klar: Nicht ich selbst bestimme über mich, sondern die Sünde in mir verführt mich zu allem Bösen. 21 Ich mache immer wieder dieselbe Erfahrung: Das Gute will ich tun, aber ich tue das Böse. 22 Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als Gottes Gesetz zu erfüllen. 23 Dennoch handle ich nach einem anderen Gesetz, das in mir wohnt. Dieses Gesetz kämpft gegen das, was ich innerlich als richtig erkannt habe, und macht mich zu seinem Gefangenen. Es ist das Gesetz der Sünde, dass mein Handeln bestimmt. 24 Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich jemals aus dieser Gefangenschaftbefreien? 25 Gott sei Dank! Durch unseren Herrn Jesus Christus bin ich bereits befreit.

Kapitel 8.
1 So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Jeder kennt solche Phasen. Man kapiert, dass etwas schlecht ist und versucht es zu lassen. Man nimmt sich den Vorsatz, es nie mehr zu tun. Dann kommt jedoch der berühmte Rückschlag nach dem anderen und man stellt fest, dass es eine Sache ist, etwas zu erkennen und eine andere, das erkannte zu leben.

Ich meine, man kann sich glücklich schätzen zu denen zu gehören, die erkannt habe, dass etwas falsch läuft bei Ihnen. Es soll nicht heißen, dass man immer das schlechte an sich selber ausmalen soll. Eher im Gegenteil: Wir nehmen Gott an dieser Stelle ernst, und wollen Jesus näher werden. Wir singen annähernd jeden Sonntag, dass wir Jesus näher kommen wollen und immer mehr werden wollen wie er es uns vorgelebt hat. Hiermit bieten wir ja Gott an, an uns zu arbeiten, wie es im Philliper 2,13 steht.

Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Einsicht ist tatsächlich der erste Schritt zur Besserung. Dennoch sind diese Römer-Sieben-Phasen blöd und unangenehm. Ich habe mich des Öfteren gefragt, wieso es eigentlich so ist, dass ich immer wieder in einer solchen Phase stecke. Dann hörte ich mal in einer Audiopredigt ein Beispiel von einem Autor, der eine ähnliche Situation beschrieb indem er etwas aus einem Buch über das Instrument Bass vorlas.

Wenn wir etwas neues lernen (und gerade wenn wir eine alte Denk- oder Handlungsweise durch eine neue ersetzen wollen), haben wir eine ganze Weile zwei Systeme im Kopf und das alte taucht immer gerade dann wieder auf, wenn wir es am wenigsten gebrauchen können.

Wenn man Bass zum Beispiel spielt, benutzt man am Anfang oft nur einen Finger zum greifen. Irgendwann kommt dann der Moment wo einem schlagartig klar wird, dass man ja noch drei weitere an der Greifhand hat, die man ja auch nutzen könnte. Man setzt sich also hin und macht Fingertraining. Das ist anstrengend und zeitraubend, wird aber irgendwann belohnt. Auf einmal kann man es! Man greift mit allen vier Fingern, auch wenn der kleine Finger noch etwas schwach ist und weiteres Training braucht.

Dann hat man einen Auftritt; den ersten mit der neuen Technik. Die Scheinwerfer brennen, man wird immer nervöser, hört den Drummer nicht mehr, rutscht mit den Fingern von den Saiten und auf einmal merkt man, dass man wieder mit nur einem Finger greift…

Unter Stress kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit das alte Programm wieder hervor. Das liegt daran, dass man sich im alten noch wohl fühlt und weniger Konzentration darauf verwenden muss als auf das Neue. Im Geistlichen ist es dasselbe, aber das heißt nicht, dass man direkt aufgeben soll. Man will doch Jesus näher kommen.

Bei jedem neuen, was Jesus uns zeigt ,werden wir wieder zwei Programme im Kopf haben, auf die wir scheinbar willkürlich zugreifen. Der Trick ist dann, immer wieder konzentriert das neue Programm anzuwenden, bis es sitzt.

Wie ist es denn bei uns? Hat uns Gott schon einmal eine Aufgabe gegeben, die wir nach einem Mal direkt aufgegeben haben? Geben wir Gott überhaupt noch Raum, neue Aufgaben anzunehmen. Wir singen doch jedes Mal, dass man ihm näher kommen will.

Lasst uns doch mal wieder unsere Denkweise reformieren und dabei beachten, dass Gott unser Ankerpunkt ist und wir ihm vertrauen können. Wie es der Jörg Hertel so schön sagte, Gott ist wie ein Navigationsgerät. Er navigiert uns immer wieder auf Neues und berechnet auch die Route neu!

PS: Nehmt euch doch noch einmal die Zeit und lest den ganzen Römerbrief durch. ;)

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2 Antworten auf Stand-Up for the Champion

  1. Julia sagt:

    (endlich hab ich zeit was zu schreiben)

    Ja ich glaube auch, dass wir häufig nach Rückschlägen aufgeben, und ich finde es für mich persönlich doof wenn ich bemerke, ich will eine Sache noch nicht mal mehr ausprobieren,
    dabei gibt gott sie mir und ich will ihm doch ähnlicher werden.
    ich will immer wieder dran denken, dass gott mein leben leitet und führt. Er bestimmt wo es hin geht und wie ich mcih verhalten soll.
    Letzte Woche als ich an dem Versuch mitgemacht habe, 24 Std bei jeder Kleinigkeit Gott zu fragen, was er will, das ich es tue, ist mir aufgefallen, dass ich anders gehandelt habe.
    Ich glaube es lohnt sich zu gucken und zu lernen immer mehr mit gott zu leben, ihn mehr mit einzubeziehen und ihm dadurch auch ähnlicher zu werden.

    Gibt es noch andere die das hier lesen, und was sagt ihr zu den Rückschlägen und wie geht ihr damit um?

  2. Mathuraa sagt:

    das stimmt. da brauchen wir unbedingt Gottes Nähe und seine Gemeinschaft. dann schaffen wir es eher die Dinge, die wir uns vorgenommen haben auch umzusetzen und ohne den Rückschlag zu erleiden und hinterher mit Schuldgefühle belastet zu sein.
    freddy danke für den Text.

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