Wir befinden uns im Buch der Richter (Ri. 3,12-30) und Israel wurde immer wieder durch unterschiedliche Völker bedroht und unterdrückt. Wie immer schrie das Volk Israel zu Gott und bat um Hilfe. Gott gab einen neuen Richter, den guten Ehud. Dieser bastelte sich ein Schwert und weil er Linkshänder war – sehr ungewöhnlich in der damaligen Zeit – legte er das Schwert natürlich an die rechte Hüfte. Er wurde von Israel auserwählt dem König Eglon, König der Moabiter, den Tribut entgegen zu bringen.
Die Moabiter herrschten über Israel und unterdrückten sie gewaltig. Der König Eglon lies sich immer feiern und Tribut im Form von Geschenken bringen. Der gute Ehud ging nun für das Volk Israel zu ihm und brachte die Geschenke. Als alle anderen nach dem Geschenkefestival mit Ehud den König verlassen sollten, wendete sich Ehud noch einmal an den König und sagte ihm, dass er eine geheime Botschaft an den König hätte.
Der König zog sich mit Ehud zurück in sein Obergemach, um die geheime Botschaft ganz alleine zu hören. Auch die Soldaten von König Eglon waren aus dem Zimmer raus. Dann sprach der gute Ehud zu ihm und sagte ich habe von Gott eine Botschaft an dich. Ehud zog das Schwert und stach es dem König Eglon in den Bauch. Der König war so fett, dass das Fett seines Bauches sich um die Klinge des Schwertes legte und verschwand. Ehud verschloss die Tür und floh durch den Hinterausgang.
Die Diener des Königs versuchten später zum König zu gehen und bemerkten die verschlossene Tür. Sie dachten, dass Eglon mal auf Toilette wäre und bemerkten erst sehr spät, dass er schon tot war. Der gute Ehud war in der Zwischenzeit schon längst wieder bei seinen Leuten angekommen und er zog mit dem Volk Israel gegen die Moabiter in den Krieg. Israel gewann den Krieg und hatte danach 80 Jahre lang Ruhe.
Gott gebraucht unsere Fähigkeiten
Bei dem guten Ehud beschreibt die Bibel die Fähigkeit “Linkshänder”. Das ist ja nunnicht gerade viel. Vielleicht geht es dir ja genauso. Du hast das Gefühl, dass du nicht viel Fähigkeiten und Begabungen hast. Vielleicht siehst du nur die Talente bei den Anderen und die eigenen nimmst du gar nicht groß wahr. Es ist nicht entscheidend wie viel du kannst und was du hast. Wenn du bereit bist dies Gott hinzulegen, dann wird er etwas daraus machen und es zu seiner Ehre einsetzen.
Klare Worte und Kühnheit
Ehud musste sich trauen den Schritt zu machen und dem König von der geheimen Botschaft zu erzählen. Es war Mut und Kühnheit erforderlich. Manches mal müssen wir einfach mal den Schritt wagen. Wir wissen was zu tun ist, trauen uns aber nicht. Was wäre passiert, wenn der gute Ehud nichts gesagt hätte – NICHTS wäre passiert. Also sei mutig und kühn und gehe doch mal den Schritt, den du gehen sollst. Manche Schritte kennst du doch,weil Gott es dir klar gezeigt hat. Lauf los.
Gott gibt uns Ansehen in den Augen der Menschen
Paulus schreibt im Römerbrief “Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?” Genau darum geht es. Bei Ehud war sichtbar, dass Gott nicht nur ihm gezeigt hatte, was er machen soll, sondern das Volk hatte ihn auch erkannt (sie sandten ihn zur Tributübergabe und sie zogen mit ihm in den Krieg). Dies sehen wir bei vielen Männern Gottes in der Bibel. Gott gibt Gunst in den Augen der Menschen und sie folgen ihm und lassen sich führen. Wenn Gott zu dir geredet hat, dann wird er sich auch zu dir stellen und Menschen werden dies erkennen.
Sei mutig und gib Ihm deine Fähigkeiten, damit du losziehen kannst und er sich segnend dazu stellt.
PS: Du kannst ja mal ein 24h-Experiment wagen. Versuche mal vor jeder Entscheidung Gott zu fragen was er denkt bzw. ihm zu sagen was du nun machen willst. Ja, wirklich jede Entscheidung (Geh ich aufs Klo, welche Hose nehme ich aus dem Schrank, welche Socken, welches Hemd, was esse ich heute morgen zum Frühstück, soll ich erst frühstücken und dann duschen oder umgekehrt, …).
Versuche das einfach mal und du wirst erkennen, wie viele Sitautionen im Alltag auf dich warten, an denen DU entscheidest ohne mit Gott zu reden. Klar haben wir von Gott auch einen Verstand bekommen um diesen Einzusetzen, aber versuche es trotzdem mal. Du wirst merken, dass du nach den 24h viel intensiver darüber nachdenken wirst, wo du für Gottes Reden offen bist. Vielleicht zeigt Gott dir dann ja auch noch mehr Schritte die du gehen kannst. Also lauf los.
