BUCH TIPP

Welches ist wohl das am seltensten gelesene Buch in der Bibel?

Der Titel des Buches, von dem ich annahm, dass es die Antwort auf die obige Frage sei, ist so unscheinbar, dass es schon beim Durchblättern der Bibel kein Interesse weckt und zwangsläufig untergeht. Es waren wohl Trotz und Neugierde, weshalb ich das Buch dann letztlich las – und hellauf begeistert war!

“Nichtigkeit der Nichtigkeiten, alles ist Nichtigkeit!”

So fängt es an. Was für ein Auftakt – und was für eine Aussage. Doch nicht nur zum Beginn, über das ganze Buch hinweg trägt sich der Gedanke eines Lebens, bei dem alles ein “Haschen nach dem Wind” ist. Ungewohnt pessimistisch ist der Blick, den das Buch auf das Leben wirft, ja sogar nihilistisch – wenn man den Kontext und das Ende unbeachtet lässt. Und wenn man die ersten Kapitel liest, fragt man sich zu Recht, wie es dieses Buch in den Bibelkanon geschafft hat. Doch wer bis zum Ende durchhält, weiß die Antwort.

Mit großer Aufrichtigkeit und ohne Scheu, sich selbst als Narren zu enthüllen, erzählt der Autor seine bewegende Autobiographie. Hierbei ist die Art und Weise eine besondere. Das komplette Buch baut nämlich auf einem einzigen Satz auf: Der obigen Aussage. Jeder einzelne Abschnitt, jedes neue Kapitel dienen diesem einen Zweck, die These der Nichtigkeit aller irdischen Vergnügungen zu untermauern. Dem Leser liegt – frei von Elementen jeglicher Beschönigungen – ein schonungslos offener Bericht vor, in dem der Autor sein eigenes Scheitern reflektiert. Dieser habe in jüngeren Jahren nichts unversucht gelassen, um auf allen erdenklichen Ebenen seine ungestillten Sehnsüchte zu befrieden. Immer und immer wieder habe er aber erkennen müssen, dass die ihm zeitweilig vergönnten Hochgefühle nur von momentaner Dauer gewesen seien – und daher genauso vergänglich wie alles andere auch. Am Finale seines Lebens kommt der Autor zu einer Erkenntnis – die umso schöner ist, wenn man sie sich selbst erliest!

So wie Farben erst im Kontrast mit anderen stärker hervortreten, “braucht” die Bibel dieses Buch, um ihre Botschaft besser zur Geltung zu bringen. Das Negativbeispiel des Autoren sollte uns selbst Mahnung sein, die Maxime unseres Lebens nicht auf Vergänglichem zu gründen, sondern nach mehr zu trachten – nach etwas, das Bestand hat.

Zum Abschluss möchte ich einen (von mir besonders geschätzten) Menschen zitieren, der diese Frage eingangs zu einer von ihm gehaltenen Predigt stellte (als wenn diese Frage für sich nicht schon eine Predigt wäre!) – und mit der ich Euch etwas zum Nachdenken hinterlassen möchte:

Habe ich Dinge getan, die einen Unterschied machen in der Ewigkeit?


Ach ja: Welches Buch habe ich Euch empfohlen?

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3 Antworten auf BUCH TIPP

  1. Doris Becker sagt:

    Kohelet

  2. temi sagt:

    glaube ich auch!

  3. thuvi sagt:

    p.r.e.d.i.g.e.r

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